Regulatorische Prüfung bei ADI Predictstreet: GGL ermittelt nach Werbeauftritten auf KiKa und in Fußballübertragungen

Sofia Becker · Aug 11, 2026

Regulatorische Prüfung bei ADI Predictstreet: GGL ermittelt nach Werbeauftritten auf KiKa und in Fußballübertragungen

Bild der GGL-Untersuchung zu ADI Predictstreet Werbung auf deutschen Sendern

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat eine Untersuchung gegen ADI Predictstreet eingeleitet, nachdem das Branding des europäischen Vorhersagemarktplattforms in Fußballübertragungen und auf dem Kindersender KiKa erschienen ist. ADI Predictstreet gilt als Europas erstes lizenziertes Vorhersagemarktplattform und fungiert als offizieller Partner der FIFA-Weltmeisterschaft 2026, doch die Behörde prüft nun, ob diese Sichtbarkeit gegen bestehende Werberichtlinien verstößt und ob deutsche Nutzer legal teilnehmen dürfen.

Hintergründe der Untersuchung

Die Behörde startete die Prüfung, weil Werbespots und Markenplatzierungen während laufender Sportereignisse sowie in Programmen für jüngere Zuschauer auftauchten, während ADI Predictstreet erklärt, keine gezielte Ansprache deutscher Zielgruppen vorzunehmen. Experten der GGL analysieren derzeit, wie sich solche Werbemaßnahmen mit den Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021 vereinbaren lassen, und sie prüfen gleichzeitig, ob Vorhersagemärkte unter die bestehenden Glücksspielgesetze fallen. Beobachter notieren, dass die Sichtbarkeit in breiten Fernsehformaten Fragen zu Werberechten aufwirft und zugleich klärt, inwieweit deutsche Bewohner an solchen Plattformen teilnehmen dürfen.

Position von ADI Predictstreet

Das Unternehmen betont in Stellungnahmen, dass es sich um einen lizenzierten Anbieter handelt, der sich strikt an regulatorische Rahmenbedingungen außerhalb Deutschlands hält und keine deutschen Nutzer anspricht. Vertreter von ADI Predictstreet erklären, dass Werbeauftritte im Kontext internationaler Sportereignisse stattfinden und keine direkte Ausrichtung auf den deutschen Markt erfolgt. Die Plattform verweist darauf, dass sie als offizieller Partner der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 agiert und entsprechende Lizenzbedingungen erfüllt, während die laufende Untersuchung weitere Details zu möglichen Teilnahmebeschränkungen für deutsche Nutzer klären soll.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Werbeauswirkungen

Die GGL untersucht nun, ob Werbeauftritte auf KiKa und in Fußballübertragungen gegen Werbebeschränkungen für Glücksspielangebote verstoßen und wie Vorhersagemärkte in das deutsche Lizenzsystem einzuordnen sind. Forscher und Juristen, die sich mit dem Glücksspielstaatsvertrag befassen, stellen fest, dass solche Plattformen bislang selten in deutschen Regulierungen auftauchen, was die aktuelle Prüfung zu einem Präzedenzfall machen könnte. Die Behörde sammelt Daten zu Werbeplatzierungen, prüft Reichweiten bei unterschiedlichen Zuschauergruppen und bewertet, ob deutsche Nutzer durch die Sichtbarkeit auf die Plattform aufmerksam werden und dort aktiv werden könnten.

Bild der regulatorischen Prüfung und Werbeplatzierungen bei ADI Predictstreet

Im August 2026, wenn die FIFA-Weltmeisterschaft näher rückt, könnten die Ergebnisse dieser Untersuchung Auswirkungen auf Werbestrategien und Teilnahmebedingungen haben, da die Partnerschaft mit ADI Predictstreet dann verstärkt in den Fokus rückt. Die Behörde verfolgt dabei einen strukturierten Ansatz, bei dem sie Werbematerialien, Sendetermine und Nutzerzugriffe aus Deutschland systematisch auswertet und mit den geltenden Bestimmungen abgleicht.

Mögliche Auswirkungen auf den Markt

Beobachter der Glücksspielregulierung weisen darauf hin, dass die Untersuchung auch allgemeine Fragen zu Werberechten und Marktzugang aufwirft, während ADI Predictstreet weiterhin betont, keine deutschen Nutzer anzusprechen. Die GGL hat in der Vergangenheit ähnliche Fälle bearbeitet, bei denen Werbeauftritte auf unerlaubte Weise sichtbar wurden, und sie wendet dabei etablierte Verfahren an, um Daten zu Werbeeffekten und potenziellen Teilnahmen zu sammeln. Vertreter der Behörde bestätigen, dass sie mit anderen europäischen Regulierungsstellen im Austausch stehen, um einheitliche Bewertungskriterien für Vorhersagemärkte zu entwickeln.

Fazit

Die laufende Prüfung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder richtet sich auf Werbeauftritte von ADI Predictstreet und klärt gleichzeitig, wie solche Plattformen unter deutsche Glücksspielgesetze fallen. ADI Predictstreet hält an seiner Position fest, keine deutschen Nutzer anzusprechen, während die Behörde weitere Schritte zur Bewertung von Werberechten und Teilnahmemöglichkeiten plant. Die Ergebnisse dieser Untersuchung könnten künftige Werbestrategien und regulatorische Rahmen für Vorhersagemärkte in Deutschland beeinflussen, und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder dokumentiert alle relevanten Aspekte, um fundierte Entscheidungen zu treffen.